Heute hatten wir Glück und Pech gleichzeitig. Unsere Entscheidung nach Merida durchzufahren und Palenque und Campeche zu überspringen war mehr als sinnvoll. In Campeche, durch das unser Bus um kurz vor 5 durchfuhr, standen die Equipajeros beim entladen des Gepäcks bis zu den Knöcheln im Wasser.
In Merida war es zwar bewölkt aber weitest gehend trocken. Nach einem gemütliches Frühstück mit Huevos Rancheros und zahlreichen Gesprächen mit diversen Händlern und Bettlern an der Plaza Grande waren wir im Maya Museum.
Eigentlich ist es erstaunlich, dass einem immer der gleiche Unsinn erzählt wird. Alle halten irgendwelche Steine aus dem Urwald hoch, aber keiner weiß etwas über das Leben der Maya zu berichten.
Wie und wann wurde wer geheiratet? Gaben die Priester ihr Amt per Primogenitur weiter oder nicht? Gab es ein stehendes Heer oder eine Reserve? Konnte man als junger Maya ein Haus kaufen oder musste man eins bauen? Was sind die Spielregeln des Juego de la Pelotta?
Alle diese Fragen können überhaupt nicht beantwortet werden, sondern es werden immer nur die gleichen drei Fakten wiedergegeben. Heute erfuhren wir, dass die Spanier erstmal alle Aufzeichnungen der Maya zerstört haben, weil sie Häretische Schriften gewesen seien. Das könnte natürlich unsere Wissenslücke erklären.
Am Nachmittag stellte sich eine Schausättigung bei uns ein. Wir haben uns Spanien vs. Portugal in einem Lokal angeschaut. Den anfänglichen Nachmittagsregen haben wir ausgesessen, ganz aufhören wollte er aber nicht. In starken und weniger starken Phasen regnete es einfach immer weiter.
Wir haben unser Programm natürlich hart durchgezogen und uns trotzdem noch einen Park angeschaut, aber ganz soviel Spaß gemacht hat es nicht. Dazu kommen zwei Tatsachen. Erstens ist es hier in den Tropen so unglaublich feucht, dass man keinen Schritt tun kann ohne sofort in Schweiß getränk zu sein.
Zweitens habe ich inzwischen Blasen an beiden Füßen, die wir zwar verarztet haben, aber bei dem obigen Bild entnimmt man leicht, dass umher laufen ohne Gummistiefel keinen großen Sinn hat.
Nachdem das Museo der Arte Contemporario geschlossen hat jeden martes haben wir beschlossen unserem Freund Alex noch weiter aus dem Weg zu gehen und nach Playa del Carmen zu fahren. dorthin sind wir jetzt auf dem Weg, wieder einmal mit dem Bus zweiter Klasse. Hoffen wir, dass wir bald wieder in der Sonne sind. Gute Nacht!
Tag 6: Merida
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