Nachdem wir gestern schon unsere Schuhe in der Mikrowelle trocknen mussten, hatten wir wenigstens für heute einen Ausflug auf einen Berg in der Nähe von San Cristobal geplant. Als wir um 0615 aufstanden, mussten wir allerdings feststellen, dass es immer noch regnete. Als gingen wir erstmal nur in die Morgenmesse um 0700 und dann zum Frühstück. Lokale Informaten wiesen darauf hin, dass es die nächsten drei Tage regnen würde. Das überprüften wir kurz und erfuhren so, dass ein tropischer Sturm namens Alex gerade über den südlichen Teil Mexikos wütet. Der ist soweit, dass er gerade vor wenigen Stunden zum Hurrikan aufgestuft wurde. Er deckt ganz Chiapas, Campeche, Yucatan ab und hängt damit genau über unser Reiseroute.
Nach einer heißen Schokolade und Brasilien gegen Chile stellten wir unsere Alternativen auf. Guatemala und Belize, beide südlich von Alex gelegen, kamen schwer ins Gespräch. Wir wollten schon fast unsere Marschbereitschaft nach Guatemala City herstellen, als wir per Wetterbericht feststellten, dass es auch dort regnet für die nächsten 3 Tage. Jetzt blieb eigentlich nur eine sinnvolle Lösung: Augen zu und durch! Als ersten Auftrag mussten wir natürlich unsere Austattung verbessern. In einem 2 stündigen Akt suchten wir ganz San Cristobal nach Gummistiefeln ab. “Größe 47? Das gibt es doch gar nicht Du Scherzer…” kam ich dabei von zahlreichen Mexikanerinnen entgegengebracht. Nach langem verhandeln fanden wir Stiefel der Größe 44, die jetzt herhalten müssen. Zum An- und Ausziehen brauche ich zwar jeweils 30 Minuten, dafür sind meine Füße allerdings trocken.
Nach einem kurzen Ausflug auf den Hügel oberhalb von San Cristobal und anschließend Brasilien vs. Chile haben wir einen Bus nach Merida gesucht. Unser Plan ist jetzt Palenque auf Grund des tropischen Regens zu überspringen. In 13 Stunden werden wir dort ankommen und dann vorwiegend Museen anschauen, bis Mittwoch Abend der gute Alex vorbei gezogen ist. Die kleinen Geschichtchen mit diversen abgebrannten Charakteren in der Jugendherberge erspar ich euch.