Vielleicht bin ich alleine mit diesem Gefühl, aber manche mal habe ich den Eindruck ich müsste Elefanten essen. Ich weiß, dass ich um ein Ziel zu erreichen ziemlich viel machen muss. Nicht nur ziemlich viel, sondern meistens auch ziemlich unangenehmes Zeug. Neulich hinterließ eine Kundin bei mir eine Nachricht: sie habe ihre Lieferung noch nicht bekommen. Das lag daran, dass ich die Bestellung noch nicht aufgenommen hatte. Unangenehm! Dann muss man sich hinsetzen, die Bestellung eingeben und die Kundin anrufen. Vor allem der letzte Schritt ist etwas worauf ich in dem Moment überhaupt keine Lust hatte. Lösung? Facebooken…..
Wie ist das also mit der geistigen Starre vor großen Problemen? Wo kommt Sie her und wie kann man sie lösen? Die erste dieser beiden Fragen scheint die wesentlich schwierigere zu sein. Ich lese gerade ein Buch mit dem Titel “bird by bird” von Anne Lamott. Sie schreibt:
“When I was twenty-one, I had my tonsils removed. [...] For the entire week afterward, swalling hurt so much that I could barely open my mouth for a straw. I had a prescritption for painkillers, though, and when they ran out but the pain hadn’t, I called the nurse and said that she would really need to send another prescription over, and maybe a little mixed grill of drugs because I was also feeling somewhat anxious. But she wouldn’t. I asked to speak to her supervisor. She told me her supervisor was at lunch and that I needed to buy some gum, of all things, and to chew it vigorously [...]. She eplained that when we have a wound in our body, the nearby muscles cramp around it to protect it from any more violation and from infection, and that I would need to use these muscles if I wanted them to relax again. So finally my best friend Pammy went out and bought me some gum, and I began to chew it, with great hostility and skepticism. The first bites caused a ripping sensation in the back of my throat, but within minutes all the pain was gone, permanently.”
Diese Anekdote scheint mir eine sehr gelungene kleine Beschreibung dafür woher das Problem kommt. Meistens haben wir uns irgendwo gestoßen (e.g. Bestellung nicht ausgeführt) und jetzt müssen wir das wieder gut machen. Der Schreck darüber, dass man sich gestoßen hat verärgert und überrascht einen. Es verletzt jeden in seinem Wunsch irgendwie perfekt zu sein [starke Prämisse, ich weiß]. Vor allem, wenn man vor großen Aufgaben steht, weiß man das man sie aller Voraussicht nach mindestens einmal stoßen wird. Das verursacht diese gewisse Starre, die vor uns dem sofortigen Loslegen hindert.
Wie also löst man das Problem? Das habe ich in Afrika gelernt. “Wie isst man einen Elefanten?” fragt man mich dort, “Stück für Stück”.