Liebe Leser, gerne schätze ich mich als jemand ein, der behauptet zu viel Geld macht krank. Meistens führt es entweder zu mangelnder Motivation oder obsessiver Geldorientierung. Man kann sagen, Geld ist die Last des reichen Mannes. Was bedeutet das? Es lässt sich an vielen Stellen beobachten.
Wer einen historischen Besitz oder eine Firma erbt, der findet sich mit einer Situation konfrontiert, die an sich erstmal unnatürlich ist. Im Gegensatz zum Großteil der Menschheit, hat derjenige nicht die Entscheidungsfreiheit für oder gegen etwas, sondern muss sich mit einer historischen Gegebenheit abfinden. Dies gibt dem Einzelnen eine Sonderstellung. Er wird nicht mehr Wert als andere, er verliert sogar viel von dem, was andere als Entscheidung begrüßen. Damit einher geht oft, dass man seine eigenen Potentiale nicht mehr nach Wunsch entwickeln kann. Der Lebenslauf erscheint größtenteils determiniert, die persönliche Einstellung dazu wird nicht gefragt. Das Individuum verschwindet hinter der Sache.
Deshalb sind Menschen die sich in einer solchen Situation finden oft gefangen. Sie entscheiden im Interesse ihres Vermögen, sind nicht in der Lage darüber hinaus zu sehen. Ihr Leben wird gemessen an dem was sie erhalten oder aufbauen. Alle Kommunikation wird überschattet von dieser Realität.
Auf der anderen Seite steht derjenige der nichts hat. Obwohl man traditionell davon ausgeht, dass er die größte Entscheidungsfreiheit hat, kann dies auch krankhaft werden. Jüngst erlebte ich, dass jede rational ehrliche Alternative ausgeschlagen wurde, weil die Habgier des Besitzlosen sie nicht in Betracht ziehen konnte. Was soll das? Wenn man so bedacht darauf ist, auch etwas zu besitzen, dass man anfängt über Steuerhinterziehung nachzudenken, nicht mehr teilen will, unfähig wird andere an seinem Leben teilhaben zu lassen.
Beide Seiten scheinen mir verwerflich. Es muss einen sinnvollen Augleich zwischen den zwei geben. Deshalb bewundere ich sowohl das eine als auch das andere Extrem, in dem manche Menschen leben und es schaffen keine von den beschriebenen Krankheiten über sich kommen zu lassen.