Fredmund Malik gliedert sein Buch in die natürliche Reihenfolge der Fragen:
- Warum Professionalität?
- Was kennzeichnet Sie?
- Mit welchen Aufgaben befasst sie sich?
- Und welche Werkzeuge werden dabei verwendet?
Sein erster Teil bestimmt Management als Beruf und zeigt auf, wie viel von dem was über Manager gesagt wird, nicht erreichbar ist. Viel eher sei Management als Beruf zu verstehen. Es sei ein Beruf, der genau so viel “handwerkliche Professionalität” erfordert wie jeder andere. Im Gegensatz zur bisherigen Arbeitswelt bestimmt die Umwelt des Wissensarbeiters (s. Peter Drucker) nicht seine Aufgabe (S. 107). Der Wissensarbeiter muss selbst seine Umwelt prägen.
Dazu identifiziert Malik 6 zentrale Grundsätze die Professionalität kennzeichnen. Ergebnisorientierung, der Beitrag zum Ganzen, Konzentration auf Weniges, Stärken nutzen, Vertrauen schaffen und positiv denken seien die ausschlaggebenden Kriterien. Schon die Liste macht deutlich, was er in jedem Abschnitt zum Ausdruck bringen will.
Im dritten Teil nennt Malik 5 Aufgaben des Managers. Er müsse für Ziele sorgen, organisieren, entscheiden, kontrollieren, und Menschen entwickeln. Auch hier ist schon das nennen der Abschnitte eine hinreichend tiefe Erläuterung.
Der letzte Teil seines Buches befasst sich mit sieben Werkzeugen, der sich ein Manager bedienen sollte. Dazu gehören die Sitzung, der Bericht, Job Design und Assignment Control, Arbeitsmethodik, Budgetierung, Leistungsbeurteilung, und die systematische Müllabfuhr.
Mir stach bei der ersten Lektüre der Ton sofort ins Ohr. Für mein Gefühl ist das Buch in einem grundsätzlich aggressiven Ton geschrieben. Es wird für Kritiker klassisch, abgegrenzt, ausgegrenzt, als lächerlich entlarvt. Er schlägt einen reduktionistischen Weg ein. Klar kommt auf der Seite 36 zum Ausdruck, es geht ihm nicht um ideale Führungskräfte, sondern um wirksame Manager. Damit grenzt er seine ganze Abhandlung schon massiv ein.
An dieser Stelle passen die Worte einer Kundin von mir, die sagte “[die Methode] ist doch trivial. Aber die Reibungsfläche liegt immer zwischen den Menschen.” Malik bringt auf S. 62 das nochmal in anderen Worten zum Ausdruck. Dabei scheint ihm seine Reduktion äußerst klar zu sein. Er betont auf S. 25, dass man weder Leadership noch Charisma braucht. In dem Abschnitt über Verantwortung (S. 72f) schreibt er aber “Wer nicht zu seiner Verantwortung steht, ist kein Manager; [...] und er wird nie ein Leader sein können.” Ist hier Manager sein ein Teilbereich des Leaderships?
Eine kleine persönliche Erleuchtung hatte ich auf S. 44, wo im klaren Gegensatz zu z.B. Professor Yunis gesagt wird, dass Leistung an erster Stelle steht und Zufriedenheit an zweiter. Schön ist an diesem Punkt auch, dass Malik hier keinen Gegensatz sieht, sondern nur eine Frage der Priorität stellt. Ganz besonders gut gefällt mir S. 86 oben und S. 90, auf der Malik sagt, der Manager müsse fragen “Was schulde ich der Welt?”
Auch gut gefallen hat mir der Abschnitt “Job Design und Assignment Control”. Hier zeigt Malik, dass ein Positionstitel nicht die Arbeitsprioritäten bzw. Aufträge setzt, sondern, dass diese davon unabhängig behandelt werden müssen. Das hat mir sehr gut gefallen. Bisher war mir nicht klar genug, dass es hier große Unterschiede gibt.
Mir hat Malik’s Buch insgesamt gefallen, weil es nochmal unterstreicht was der Unterschied zwischen Effizienz (in der Sache) und Effektivität (mit dem Menschen) ist. Er ist ein Apostel der Effizienz, und als solcher gut, versteht aber sicherlich wenig von Effektivität (vgl. Stephen Covey oder John C. Maxwell “25 Ways to win with people”).