Sparmaßnahmen

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,

als eifrige Unterstützer Ihrer Politik, erlauben wir uns Sie auf folgendes aufmerksam zu machen.

Es Ihnen gelungen ist, mehr als 200 Millionen Euro in die Staatskasse zu spülen, indem Sie eine CD mit Vermögensübersichten von Deutschen, die Konten in der Schweiz führen, erworben haben. Dies geschah, wenn man Spiegel Online glauben schenken darf, mit großer Unterstützung innerhalb der Gesellschaft1. Das dies möglicherweise mit Hehlerei2… Weiter lesen

Sexvideo? Nein Danke!

Würdest Du beim Sex gefilmt werden wollen? Wahrscheinlich nicht, obwohl es in einer perfekten Welt eigentlich keinen Unterschied machen würde. Warum sollte es Dich stören, wenn es der perfekte Partner, die perfekte Moral, der perfekte Körper ist, der dabei aufgenommen wird?

Stell Dir vor, jemand filmt Dich beim Einkaufen gehen. Würde es Dich im gleichen Maße stören wie beim Sex? Wahrscheinlich nicht, obwohl es faktische die gleiche Penetration der… Weiter lesen

Mr. No-Mercy Letzter Teil

Es herrschte allgemeine Überraschung, dass Yannick am Morgen der Verhandlung überhaupt auftauchte, denn eigentlich erscheint er prinzipiell nicht zu vereinbarten Terminen. Allerdings hatte er sich vorher scheinbar Mut angetrunken: Mit heftiger Fahne schwankte er neben mir zur U-Bahn. Dort stießen wir auf einen bulligen Typen mit gerötetem Gesicht und unterlaufenen Augen. Ein Freund von Yannick, der ihm Beistand leisten wollte. Er hatte eine Sporttasche bei sich, die verdächtig klirrte. Auf… Weiter lesen

Gastbeitrag: Mr. No-Mercy Teil 4

Nicht nur bei Ärzten, auch in Krankenhäusern und Psychiatrien war ich während dieser drei Monate häufig. Bei einem dieser Besuche hatte ich das wohl widerlichste Erlebnis meines Lebens. Es ging zu Hartmut, der wegen eines Abszesses operiert wurde. Abszesse bilden sich leicht, wenn beim Spritzen der Droge die Vene nicht richtig getroffen wird.

Hartmuts Abszess war an den Hals gewandert und hatte sich dort entzündet. Dort war er zu… Weiter lesen

Gastbeitrag: Mr. No-Mercy Teil 3

Zu meinen täglichen Aufgaben gehörte es, bestimmte Bewohner zum Substitutionsarzt zu begleiten, um zu kontrollieren, dass das Mittel abgeholt und genommen würde. Es ist oft vorgekommen, dass Urinproben von substituierten Klienten ergeben haben, dass das Mittel zwar wochenlang täglich abgeholt, aber nie genommen wurde. Methadon lässt sich nämlich zu guten Preisen am Kotti, dem Berliner Drogen-Mekka, an andere Junkies verkaufen. Bis vor kurzem gab es im Wedding sogar einen kriminellen… Weiter lesen

Gastbeitrag: Mr. No-Mercy Teil 2

Zwischen Phantasie und  Wahrheit bei den Bewohnern zu  unterscheiden, ist oft nicht ganz leicht. Sie selber können es ebenso wenig und wollen es wohl auch nicht. Diese Fluchten in Phantasiewelten drücken viel über die innigsten Wünsche und Sehnsüchte aus. Das wurde beispielsweise deutlich, als Rebecca verschwunden war.
Rebecca ist Mitte 30, sehr anstrengend, weil extrem selbstmitleidig, und schwere Alkoholikerin. Schon morgens ist sie in der Regel bei ihrem Stammtreff am… Weiter lesen

Gastbeitrag: Mr. No-Mercy Teil 1

No Mercy  und russisches Roulett in Berlin.

Drei Monate lang habe ich Praktikum in der Berliner Wohneinrichtung „W.I.L.“ * für HIV- und Hepatitis C-Infizierte Drogenabhängige gemacht.
Ich kam dorthin, ohne eine genaue Vorstellung zu haben, was ich tun würde.  Am  ersten Tag war ich mit Starren beschäftigt. Nachdem ich eine Führung durch das Haus und die Wohngemeinschaften bekommen hatte, saß ich im Bewohnercafé und glotzte. Bei den Meisten der… Weiter lesen

Wie man Elefanten isst.

Vielleicht bin ich alleine mit diesem Gefühl, aber manche mal habe ich den Eindruck ich müsste Elefanten essen. Ich weiß, dass ich um ein Ziel zu erreichen ziemlich viel machen muss. Nicht nur ziemlich viel, sondern meistens auch ziemlich unangenehmes Zeug. Neulich hinterließ eine Kundin bei mir eine Nachricht: sie habe ihre Lieferung noch nicht bekommen. Das lag daran, dass ich die Bestellung noch nicht aufgenommen hatte. Unangenehm! Dann muss… Weiter lesen

Gut Ding will Weil haben!

Im Gespräch mit einem sehr klugen Mann, den ich für seine Tatkraft bewundere fiel neulich ein durchdachtes Zitat. “Gut Ding will Weil haben” sagte er zu mir. Das musste ich mir erstmal durch den Kopf gehen lassen. – Ich gebe zu es hat mehrere Wochen gedauert bis ich drauf kam wie aufregend dieses Zitat eigentlich ist! In unserer Welt des sofortigen Feedbacks, der lückenloses Informationswut und Twitter, da hat keiner… Weiter lesen

Von der mentalen Befreiung durch Vermögen

Liebe Leser, gerne schätze ich mich als jemand ein, der behauptet zu viel Geld macht krank. Meistens führt es entweder zu mangelnder Motivation oder obsessiver Geldorientierung. Man kann sagen, Geld ist die Last des reichen Mannes. Was bedeutet das? Es lässt sich an vielen Stellen beobachten.

Wer einen historischen Besitz oder eine Firma erbt, der findet sich mit einer Situation konfrontiert, die an sich erstmal unnatürlich ist. Im Gegensatz… Weiter lesen